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Familiengottesdienst mit Grippenspiel an 24.12.2012

 

 

 

 

 

 

 

 

Ansprache im Familiengottesdienst am 24.12.2012 um 17,30 Uhr in Amlishagen im Anschluss an das Krippenspiel „Herein!“ von Martin Stumpf (abgeänderte Version)

Liebe Kinder, liebe Eltern, liebe Gemeinde!

Wir malen uns so manches aus: über Fantasie und Wirklichkeit. Wir malen uns so manches aus: die Weisen in unserem Krippenspiel, auch die Könige genannt, fassten sich an der Stirn und riefen erstaunt: „Niemals hätten wir gedacht, dass so ein großer König in einem Stall zur Welt kommt. Niemals hätten wir gedacht.... „ Sie hatten es sich anders ausgemalt. In ihrer Fantasie hatten die Weisen andere Vorstellungen vom neugeborenen König der Juden. In ihrer Fantasie malten sie sich ein Neugeborenes in einem Palast, vielleicht im Palast des Herodes, aus, umgeben von Pracht und Prunk, vielleicht bejubelt und bestaunt vom ganzen Hofstaat und der Bevölkerung. Es ist erheiternd, wenn im Religionsunterricht die Kinder die Weihnachtsgeschichte malen dürfen: da wird das Christkind mit Flügeln gemalt, die Hirten mit Lederhosen und grünen Filzhüten, das Jesuskind frierend, Maria mit rotem oder blauem Kleid. Die Engel werden in Gold und Silber gehüllt, sitzend und musizierend, bei manchen Figuren kann man Parallelen zu Barbies u.a. Helden fest stellen. Die Fantasie platziert die Hirten in Hürden an der jagst, den König Herodes ins Schloss Weikersheim, und der Wirt hat Ähnlichkeiten mit dem Amlishagener Hirschwirt. Die Fantasie nimmt Lebenserfahrungen zu Hilfe und gestaltet eigenwillige Figuren. Kinder sind Meister der Fantasie, aber auch Erwachsene malen sich so manches aus Zum Beispiel das diesjährige Weihnachtsfest: Manch einer sieht im Geiste schon die heimelige Weihnachtsstube mit wertvollen Geschenken, Harmonie in der Familie und festlichen Zeremonien. Die andern malen sich in ihrer Fantasie bereits die genervte Mutter aus, die ewig an ihren Traditionen festhält, und ihre Kinder in ihre Korsetts hinein zwingt. Ja, auch Erwachsene haben ihre Fantasien und malen sich schon manches im Voraus aus Aber wenn die Fantasie der Wirklichkeit im Wege steht? Die Weisen hatten ihre Vorstellungen vom neugeborenen König der Juden. Ein König muss wohl im Palast des Herodes zu finden sein. Ihre Fantasie gründete auf ihren Lebenserfahrungen. Können Sie sich auf eine andere Wirklichkeit ein lassen? Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir sind gekommen ihn anzubeten. Auch sie sind heute Abend hierher gekommen. Vielleicht haben sie in ihrer Fantasie ihres Lebens Erfahrungen mit verarbeitet und haben sich darauf eingestellt, dass Weihnachten wie üblich verläuft: Krippenspiel, Familienzeremonie und Freizeit. Was aber, wenn es nicht so läuft, wie Sie sich das ausgemalt haben? Was, wenn der Retter der Welt heute ganz persönlich an ihrer Herzenstür anklopfen würde? Was, wenn sie bemerken würden, dass diese einfache Weihnachtsgeschichte mehr als nur ein Märchen wäre? Die Weisen mussten ihre Fantasien gründlich überarbeiten; sie mussten sich Augen schenken lassen für eine umfassende Wirklichkeit. Sie entdeckten den Retter der Welt, den König der Juden in einem armseligen Stall, fern ab von Glanz und Gloria, in einem unscheinbaren Baby. Auch Sie, liebe Zuhörer, müssen Ihre Fantasien über Weihnachten gründlich überarbeiten. Lassen Sie sich Augen schenken für eine umfassende Wirklichkeit. Sie können heute Abend den Retter der Welt finden und in ihm den Retter für Ihr Leben. Dieses unscheinbare Baby will Sie aus ihrer Verlorenheit retten. Dieses unscheinbare Baby ist für Ihre Schuld am Kreuz gestorben und hat dadurch ermöglicht, dass Sie ewiges Leben bei Gott haben dürfen. Wenn Fantasie der Wirklichkeit Raum gibt Die Weisen, oder auch Könige aus dem Morgenland waren nicht zu stolz, ihre Vorstellungen zu korrigieren. Auf der Suche nach dem Außerordentlichen und Beeindruckenden trafen sie auf vordergründige Armseligkeit. Aber sie ließen sich nicht beeindrucken von dem, was augenscheinlich ist. Sie hatten ein Gespür für Echtes, Sinnerfüllendes, Überdauerndes. Und selbst wenn dieses in Windeln gewickelt liegt und in einer Krippe, so war es für sie das Bedeutendste. Auch wenn ihre Fantasien sie in die falsche Richtung geführt hatten, so ließen sie sich doch auf die Wirklichkeit ein, der Retter der Welt in einer Krippe. Und sie beteten es an und taten ihre Schätze, auf so heißt es von ihnen. Auch Sie werden sich in Ihren Fantasien Weihnachten schon ausgedacht haben. Können Sie sich darauf einlassen, diese Fantasien gründlich zu überarbeiten? Gott klopft heute in diesem armseligen Kind an Ihre Herzenstür und bittet um Einlass. Er will, dass Sie sich mit diesem Kind verbinden und ihm Ihr Leben übergeben. Sie brauchen keine Vorleistungen zu bringen. Sie dürfen mit Ihrem Lebensbankrott vor dieses Kind hin treten, es kann und will ihr Leben in Ordnung zu bringen. Auch wenn Sie ihre Fantasien gründlich überarbeiten müssen, so können Sie heute Abend zu einem Beschenkten werden. Amen

Text und Bilder von Pfarrer Ernst Beißwanger. Tel.: 07952/330. Dorfstr. 34. 74582 Gerabronn – Michelbach/Heide.

 

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