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Missionsgottesdienste in Amlishagen und Michelbach/Heide am 10. Juni 2012

 

Die Kirchengemeinderäte beider Evang. Kirchengemeinden haben aus den Heft der Evang. Landeskirche in Württemberg „Opfer für Weltmission – Aufgaben 2012“ aus 99 aufgeführten Projekten das Projekt Nr. 68 ausgesucht: „Zukunft für Kinder – Die Amanoschule in Chingola/Sambia.“ Um die beiden Gemeinden über dieses Projekt zu informieren, kam Missionar Shany Grimmes von der Liebenzeller Mission in diese Gottesdienste. Er ist Administrator, das heißt: er ist der Finanzverwalter der Arbeit der Liebenzeller Mission International in Sambia und der „Amano Christian School“. Außdem hilft er beim Ausbau der Internatsschule und hat noch weitere Aufgaben. Er lebt dort mit seiner Frau Martina , die als Hebamme tätig ist und ihren 2 Kindern Frederick (2003) und Marlene (2008). In meiner kurzen Predigt wies ich (Pfarrer Ernst Beißwanger) auf die Schwierigkeit der Kindererziehung hin, in Deutschland, wenn aus bestimmten Gründen Kinder antiautoritär erzogen werden und in Sambia, wenn Kinder wegen des weit verbreiteten Ahnen- und Geisterglaubens gar nicht erzogen werden, das heiß sich einfach selbst überlassen bleiben. Herr Grimes berichtete, dass es in Sambia viele junge Menschen gibt, fast keine alten Menschen. Fast die Hälfte der 12 Millionen Sambier ist jünger als 15 Jahre. Eine menschliche Katastrophe ist die weite Verbreitung des HIV – Virus. Mehr als 15 % der Erwachsenen zwischen 15 und 49 Jahren sind infiziert. Das erklärt die niedrige Lebenserwartung von etwa 38 Jahren. Schätzungen gehen davon aus, dass in Sambia rund 700 000 Kinder ihre Eltern durch Aids verloren haben. Die meisten der Waisen werden keine formale Schulausbildung erhalten. Die Amanoschule ist eine Schule der besonderen Art. Um den Kreislauf des Todes zu durchbrechen, kommt einer guten, an christlichen Werten orientierten Schulbildung große Bedeutung zu. Außerhalb von Chingola, einem Zentrum der bevölkerungsreichen Kupfergürtel – Provinz , wird mit Hilfe der Liebenzeller Mission die Amanoschule betrieben und ausgebaut. Die Zusammensetzung der Schülerinnen und Schüler ist international. Kinder von Missionaren, sambischen Geschäftsleuten sowie Waisen und andere benachteiligte Kinder leben und lernen zusammen. Freiplätze für Waisen und benachteiligte sambische Kinder werden über einen Fond finanziert, den Schulgelder und Patenschaften aus dem Ausland tragen. Diese Schulausbildung schafft Zukunft! Der Schulbetrieb wurde im Jahr 2004 aufgenommen. Inzwischen besuchen rund 120 Kinder die Amanoschule. Die Schüler können qualifizierte internationale Abschlüsse erwerben – bis hin zum „A – Level“, das vergleichbar mit dem deutschen Abitur ist. Die Schule soll künftig Platz für bis zu 350 Kindern in Grundschule und Oberschule bieten. Die Liebenzeller Mission stellt Mittel für den Fonds zur Finanzierung von Schulplätzen und Gehältern einheimischer Lehrer bereit und unterstützt das Bauprojekt finanziell und personell. Gesamtkosten: 160.000 Euro. Davon erbittet die Liebenzeller Mission von Kirchengemeinden der Landeskirche in Württ. 35.000 Euro. Die Evang. Kirchengemeinden Amlishagen und Michelbach/Heide haben sich mit einem schönen Beitrag daran beteiligt. Ihr Beitrag besteht zu 50% aus Kirchensteuermitteln von der Landeskirche und zu über 50% aus Eigenmitteln und Opfer und Spenden der Gottesdienstbesucher. In Michelbach gab es im Anschluss an der Gottesdienst Kaffee und Gebäck. Shany Grimes konnte dabei noch etliche Fragen der Gottesdienstbesucher beantworten.. Zum Beispiel: Wenn sambische Kinder ohne Erziehung und ohne Werte aufgewachsen sind, kann es vorkommen, dass sie von einer Firma fristlos entlassen werden, wenn sie eine Schraubenzieher gestohlen haben. Die Entlassung können sie dann überhaupt nicht verstehen. Sie haben nie gelernt, was Stehlen ist. Ein anderes Beispiel: Der Chef einer Kupfermine kam in die Amanoschule zu Schulabgängern: „Kommt zu uns, wir brauchen Euch, wir stellen Euch alle ein.“ Fast alle wurden eingestellt, nur 1 Schüler nicht, obwohl er ein gutes Abschlusszeugnis hatte. Warum? Weil er Christ war, war er nicht bereit, an den Administrator der Firma ein Schmiergeld von 100 US – Dollar zu bezahlen. Alle anderen haben das gemacht. Wenn man das jedoch anfängt, muss man sein ganzes Leben lang ständig immer wieder Schmiergelder bezahlen, beim Urlaub, bei der Lohnerhöhung, bei der Ausbezahlung der Rente usw. Die christliche Amanoschule hilft ihren Schülern, von diesem Problem der Korruption wegzukommen. Der besagte Schüler hat 3 Monate später ein Stelle bei einem christlichen Unternehmer gefunden.

Text von Pfarrer Ernst Beißwanger am 11.6.2012 aufgeschrieben. Tel.: 07952/330. Dorfstr. 34. 74582 Gerabronn – Michelbach/Heide.

 

 

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